Forschungsschwerpunkt
Der Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe Agrarökologie liegt derzeit auf dem Teilprojekt „Effekte von transgenen Maissorten mit multiplen Bt-Proteinen zur Maiszünsler- und Maiswurzelbohrer-resistenz auf Nichtziel-Arthropoden“ im Forschungsverbund „Freisetzungsbegleitende Sicherheitsforschung an Mais mit multiplen Genen zur Maiszünsler- und Maiswurzelbohrerresistenz“.
Die Arbeitsgruppe bearbeitet dieses Projekt und betreut den Freisetzungsversuch mit der gentechnisch veränderten, zwei konventionellen Maissorten und einer Insektizidbehandlung. Zudem obliegt der Leitung der Arbeitsgruppe die Verbundkoordination.
Das Verbundprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmenprogramm „Biotechnologie – Chancen nutzen und gestalten“ gefördert, und läuft bis März 2011.
Im Forschungsprojekt wird die potentielle Wirkung verschiedener Bt-Proteine in der gentechnisch veränderten Maissorte MON89034 x MON88017 auf Nichtzielorganismen im Agrarbereich untersucht. Die Bildung der Bt-Proteine erfolgt in allen Pflanzenteilen des Maises und richtet sich gegen beide relevante Schädlinge, den Maiszünsler und den Maiswurzelbohrer.
Ziel ist es, die möglichen Auswirkungen der kombinierten Bt-Proteine (Cry1A.105, Cry2Ab2, Cry3Bb1) auf Nichtzielorganismen verschiedener trophischer und funktioneller Bezüge zu untersuchen, und einer Bewertung in der Umweltsicherheitsbewertung (Environmental Risk Assessment) zugänglich zu machen. Hierbei werden in den Vergleich zwischen der gentechnisch veränderten und der nah-isogenen Ausgangssorte auch weitere konventionelle Sorten und die Behandlung mit einem Bodeninsektizid einbezogen.
In verschiedenen Forschungsansätzen werden folgende Themen
bearbeitet:
- Quantifizierung des Pollenflugs und der Pollendeposition auf Wirtspflanzen von ausgesuchten Schmetterlingsarten
- Suszeptibilität von Kleiner Fuchs (Aglais urticae) und Tagpfauenauge (Inachis io) gegenüber den Schmetterlings-spezifischen Proteinen Cry1A.105 und Cry2Ab2
- Gefährdung von Schmetterlingspopulationen im Agrarraum basierend auf Flächenkartierung, Pollenflugmodellierungen und Toxizität
- Bestimmung von Bt-Protein-Gehalten in Nichtzielorganismen, zum Beispiel zur Bewertung von Nahrungsketteneffekten und Exposition
- Erforschung möglicher Nebeneffekte von Bt-Mais auf Nichtzielorganismen (Arthropoden der Krautschicht, Regenwürmer) in Agrarökosystemen (Freilandversuche und Laborexperimente)
- Beurteilung von möglichen Sorteneffekten, Erfassung der natürlichen Variabilität zwischen verschiedenen konventionellen Sorten
- Identifizierung von Indikatororganismen und Entwicklung von Monitoring-Methoden zu Nichtziel-Effekten


